Cannabis aufhören: Entzug, Tipps und Hilfe in Berlin
Du willst weniger kiffen oder ganz aufhören? Gute Entscheidung – und du bist damit nicht allein. Hier erfährst du, was dich in den ersten Wochen erwartet und was wirklich hilft.
Deine Gründe kennen
Schreib auf, warum du aufhören oder reduzieren willst: besser schlafen, klarer denken, Geld sparen, mehr Energie, weniger Streit, Gesundheit. Diese Liste ist dein Anker für schwierige Momente.
Welche Entzugserscheinungen sind normal?
Wer längere Zeit regelmäßig gekifft hat, spürt nach dem Aufhören oft körperliche und psychische Symptome. Sie sind unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich und gehen vorbei.
| Zeitraum | Was viele erleben |
|---|---|
| Tag 1–3 | Unruhe, Reizbarkeit, Craving (Suchtdruck), Einschlafprobleme |
| Tag 2–6 | Höhepunkt: Schlafstörungen, intensive Träume, wenig Appetit, Schwitzen, Stimmungstiefs |
| Woche 2–3 | Die meisten Symptome lassen deutlich nach |
| Danach | Schlaf und gelegentlicher Suchtdruck können noch einige Wochen schwanken |
Bei starken Ängsten, depressiven Gedanken, Gedanken an Selbstverletzung oder wenn du zusätzlich andere Substanzen oder Alkohol nimmst: Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt oder einer Beratungsstelle. In akuten Krisen: 112 oder TelefonSeelsorge 0800 111 0 111.
10 Tipps, die wirklich helfen
- Stichtag festlegen – am besten in einer ruhigeren Woche.
- Vorräte und Zubehör entsorgen, damit du nicht spontan rückfällig wirst.
- Umfeld einweihen: Freundinnen und Freunde können unterstützen – oder zumindest nicht anbieten.
- Auslöser erkennen: Wann kiffst du sonst? Nach der Arbeit, beim Zocken, bei Stress? Plane für diese Momente eine Alternative.
- Abendroutine aufbauen: feste Schlafenszeit, kein Bildschirm vor dem Schlafen, eher leichte Kost am Abend.
- Bewegung: Sport baut Unruhe ab und verbessert den Schlaf – schon ein Spaziergang an der Spree hilft.
- Suchtdruck aussitzen: Craving kommt in Wellen und ebbt meist nach 10–20 Minuten ab. Ablenken, Wasser trinken, jemanden anrufen.
- Fortschritte feiern: Gesparte Euros zählen, Tage markieren, sich etwas gönnen.
- Ausrutscher sind kein Scheitern. Analysiere, was passiert ist, und mach weiter.
- Hilfe annehmen: Mit Unterstützung klappt es nachweislich öfter.
Erst mal reduzieren?
Nicht jeder will sofort ganz aufhören. Auch weniger zu konsumieren senkt Risiken: feste konsumfreie Tage, keine Joints am Morgen, nicht allein kiffen, ohne Tabak, Sorten mit weniger THC, längere Pausen. Online-Programme helfen dabei, Ziele zu setzen und dranzubleiben.
Kostenlose Hilfe in Berlin
- Suchtberatungsstellen in allen Bezirken: vertraulich, kostenlos, auch für Angehörige. Zur Übersicht
- quit-the-shit.net: kostenloses Online-Programm mit persönlicher Begleitung über mehrere Wochen.
- drugcom.de: Selbsttests und anonyme Online-Beratung.
- Hausarztpraxis: bei Schlafproblemen oder psychischen Beschwerden.
Und du musst es nicht allein schaffen: In unserer Community tauschen sich Menschen aus, die gerade reduzieren oder aufgehört haben.
Quellen
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